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Unter der Leitung von Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller fand
am vergangenen Freitag die Vollversammlung des Diözesanpastoralrats
statt. Neben den aktuellen Vorgängen um die Rücknahme
der Exkommunikation von vier Bischöfen der Piusbruderschaft
standen auch die aktuelle Situation zur Vorbereitung auf den Ökumenischen
Kirchentag 2010 in München sowie die Beratung über das
Statut der Pfarrgemeinderäte auf der Tagesordnung.
Zu den aktuellen Vorgängen nahm Bischof Müller Stellung,
indem er auch auf die Erklärung verwies, die bei allen Sonntagsgottesdiensten
verlesen werden solle. Dabei betonte er, dass der Papst keinen Fehler
gemacht habe und sich deswegen auch nicht entschuldigen müsse.
Dem Hl. Vater sei die Versöhnung sehr am Herzen gelegen. Die
Piusbruderschaft müsse sich aber dem Papst unterstellen und
die kirchlichen Lehren anerkennen. Dazu gehöre auch das 2.
Vatikanische Konzil.
Dabei gehe es nicht darum, darüber zu verhandeln, sondern
dieser Gruppe das Konzil genauer zu erklären. Er bat deshalb
die Anwesenden, sich mit dem Papst solidarisch zu zeigen. Generalvikar
Michael Fuchs betonte, dass der Hl. Vater die Hoffnung habe, durch
die Rücknahme der Exkommunikation diese Gruppe langfristig
wieder prägen zu können. Bei der anschließenden
Aussprache stellten die Anwesenden fest, dass der Rückhalt
in den Pfarreien sehr groß sei und es auch Zweifel an der
Berichterstattung gebe. Man sei dankbar, dass durch die Erklärung
des Bischofs vieles klar gestellt worden wurde. Vor allem die Frage,
ob es ein Zurück hinter das 2. Vatikanische Konzil
gebe, sei eindeutig beantwortet worden.
Im weiteren Verlauf der Vollversammlung stellte der Ökumenebeauftragte
des Bistums, Msgr. Johann Tauer, den aktuellen Stand der Planungen
für den Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) vor, der vom
12. bis 16. Mai 2010 in München stattfindet. Er berichtete
vom 1. ÖKT in Berlin im Jahr 2003, der zum einen bei den meisten
Teilnehmern einen tiefen Eindruck hinterlassen habe und ein echter
ökumenischer Meilenstein gewesen sei, zum anderen aber wegen
der gemeinsamen Abendmahlsfeiern zu einer deutlichen Abkühlung
des ökumenischen Klimas geführt habe. Es bestehe die Gefahr,
die Diskussion noch mehr auf die Eucharistiefrage zu fokussieren.
Das Motto des ÖKT laute Damit ihr Hoffnung habt
und solle ein Signal der Ermutigung geben. Msgr. Tauer lud dazu
ein, sich bereits in diesem Jahr sich thematisch mit dem ÖKT
auseinanderzusetzen, spirituelle Vorbereitung anzuregen und Werbung
für dieses große Ereignis zu machen. Die Veranstalter
rechneten mit über 100.000 Besuchern. Diese könnten sich
aber erst Ende 2009/Anfang 2010 anmelden.
Als weiterer Beratungsgegenstand der Vollversammlung stand die
Struktur der Pfarrgemeinderäte in Seelsorgeeinheiten auf dem
Programm. Im aktuellen Statut ist die Bildung eines Gesamtpfarrgemeinderats
vorgesehen. Bei einer lebhaften und fruchtbaren Diskussion kristallisierte
sich heraus, dass viele Seelsorgeeinheiten aber noch Zeit zum Zusammenwachsen
brauchen und auch Ortspfarrgemeinderäte sinnvoll sein könnten.
Außerdem wurde über die begrenzte Amtsdauer des Sprechers
sowie über die Vertretung der Kirchenverwaltung in den Gesamtpfarrgemeinderäten
diskutiert. Der Generalvikar nahm die Meinungen der Mitglieder des
Diözesanpastoralrats auf und verwies auf die weiteren Beratungen
in den anderen Gremien.
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