|
"Mit Kindern von Gott sprechen", so lautete das Thema
der letzten Vollversammlung des Diözesanpastoralrats, der am
Freitag, 18.07.2008, zusammengekommen ist. In seiner Begrüßung
ging Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller auf den Weltjugendtag
in Australien ein, zum der Hl. Vater eingeladen habe. Viele Jugendliche
würden dazu die Strapazen und hohe finanzielle Belastung auf
sich nehmen, um teilnehmen zu können. Wichtig sei dabei die
Einheit der Glaubenserziehung in Familie und Schule, in der die
Bedeutung, Größe und Schönheit des christlichen
Gottesglaubens vermittelt werden müsse.
Im Beratungsteil setzte sich das Gremium mit der Frage auseinander,
wie man mit Kindern über Gott sprechen kann. Dazu war Frau
Prof. Dr. Radlbeck-Ossmann, Dogmatikerin aus Halle, zu Gast, um
mit einem kompetenten Vortrag auf die wichtigsten Aspekte aufmerksam
zu machen. Sie berichtete sehr anschaulich aus eigener Erfahrung,
wie sie selbst mit diesen Fragen konfrontiert wurde. In ihren Ausführungen
stellte sie fest, dass ein wachsendes Interesse an religiöser
Erziehung vorherrsche, da Eltern immer wieder mit theologischen
Fragen der Kinder konfrontiert würden, aber meinten, keine
kompetente Antwort geben zu können. Auch sollen Kinder nach
Ansicht der Eltern Werte vermittelt bekommen, die am besten durch
den christlichen Glauben grundgelegt werden. Prof. Radlbeck-Ossmann
stellte fest, dass das Lernen ein interaktiver Prozess sei, der
auch auf die Religion zutreffe. Dabei sei nicht jedes Kind gleich
und jedes habe ein unterschiedliches Aufnahme- und Lernangebot.
Prof. Radlbeck-Ossmann legte Wert auf die Feststellung, dass die
Familie der erste Lernort für den Glauben sei, und dies gelte
auch für die Restfamilie. Kinder seien auf der Suche nach Sinn
und würden von sich aus damit beginnen. Die Eltern würden
in den Augen der Kinder für tragfähige Antworten einstehen.
Diese könnten aber keine Antworten mehr geben, weil sie entweder
sich diese nicht zutrauen würden oder im Kinderglauben steckengeblieben
seien oder selbst sich nicht mehr den großen Fragen des Leben
stellten. Deshalb forderte sie eine gezielte Unterstützung
der Eltern bei der religiösen Ersterziehung.
Bei der Diskussion unter der Leitung von Seelsorgeamtsleiter Domkapitular
Peter Hubbauer kristallisierte sich heraus, dass es wichtig sei,
im religiösen Suchen nicht "billige Antworten" zu
geben, sondern Aussagen des Glaubens erklären, warum nur dieser
Weg sich eigne. In der Erziehung müsse der Weg zu einer reifen
Religiosität gebahnt werden, der produktiv mit Liebe und Achtung
gegangen werde. Prof. Radlbeck-Ossmann betonte, dass Erziehung nicht
ohne Risiko sei und es keine Garantie auf Gelingen gebe. Auch aus
eigenen Fehlern können man lernen. Wichtig sei das gelebte
Vorbild und dass man Eltern ernst nehme, die die religiösen
Fragen der Kinder beantworten wollen, aber nicht mehr die Fähigkeit
dazu haben. Domkapitular Hubbauer dankte Prof. Radlbeck-Ossmann
nicht nur für die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die sie
vermittelte, sondern auch dafür, dass sie Mut gemacht habe,
dieses Feld der Pastoral zu bearbeiten, und man deshalb auch den
Eltern Mut machen könne, kompetente Antworten zu geben.
Abschließend wurden die Mitglieder des Diözesanpastoralrats
von Geschäftsführer Manfred Fürnrohr über den
geplanten Festakt zum 40jährigen Bestehen der Pfarrgemeinderäte
informiert, der am 24. Oktober 2008 stattfinden soll. Dazu seien
die Vorsitzenden und Sprecher der Pfarrgemeinderäte eingeladen
worden. Als Festredner habe man Pater Hubert Lenz aus Vallendar
gewinnen können, der zur Glaubensvermittlung und missionarischen
Seelsorge spreche.
Manfred Fürnrohr
Geschäftsführer
|