Herbstvollversammlung 2010 des Diözesanpastoralrats

(pdr) Am Mittwoch, 24. November 2010, traf sich der Pastoralrat des Bistums Regensburg im Diözesanzentrum am Obermünsterplatz zu seiner Herbstversammlung. Das Diözesangremium berät die Bistumsleitung zu allen Fragen, die die Seelsorgsarbeit betreffen. Die Sitzungen des Diözesanpastoralrates finden in der Regel zweimal im Jahr statt. Unter der Leitung von Bischof Gerhard Ludwig Müller arbeiten in dem Beratungsgremium Vertreter des Priesterrates, der Verbände, der Pfarrgemeinderäte, der geistlichen Gemeinschaften, der Orden und der Bistumsleitung zusammen.

Zu Beginn der Sitzung ehrte Bischof Gerhard Ludwig Müller Herrn Dr. Albert Schmid mit der Wolfgangsmedaille. Diese höchste Auszeichnung des Bistums Regensburg bringe den großen Dank zum Ausdruck, den die Kirche dem Vorsitzenden des Landeskomitees der Katholiken in Bayern und dem langjährigen Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg schulde. Gleichzeitig ermutigte der Regensburger Bischof mit dieser Auszeichnung das große Engagement der katholischen Laien in Wirtschaft und Gesellschaft.

Dr. Albert Schmid habe sich verdient gemacht als überzeugender Vermittler christlicher Werte in Kirche, Gesellschaft und Politik. Dies, so der Bischof, zeige sich täglich in seinem Engagement als Vorsitzender des bayerischen Laiengremiums, als Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge wie auch im jahrzehntelangen unermüdlichen Wirken auf Ebene seiner Heimatpfarrei. Dr. Albert Schmid bedankte sich herzlich bei Bischof Gerhard Ludwig und versprach, die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit fortsetzen zu wollen.

Die Wolfgangsmedaille ist nach dem Bistumspatron der Diözese Regensburg benannt. Der Bischof von Regensburg vergibt sie an verdiente Laien. Neben Dr. Albert Schmid erhielten die Ehrung heuer aus der Hand des Oberhirten Diözesanverwaltungsrat Walter Ringlstetter und Dr. Rainer Tichy von den Maltesern.

Den inhaltlichen Schwerpunkt der Beratungen bildete die Caritas-Arbeit der Gemeinden des Bistums. Jiri Lodr, Caritas-Direktor des Nachbarbistums Pilsen, und Mitarbeiterinnen berichteten über Initiativen und Erfahrungen der neu begründeten Caritas-Arbeit in Tschechien. Wie Generalvikar Michael Fuchs in seiner herzlichen Begrüßung betonte, hoffen die Regensburger Katholiken, von den Erfahrungen der Nachbarn neue Impulse und Ideen zu gewinnen. In freundschaftlicher Zusammenarbeit mit der Caritas Regensburg wuchs in den Dörfern und Städten der böhmischen Grenzregion in den vergangenen Jahren ein dichtes Netz menschlicher Zuwendung.

Jiri Lodr: „Vor allem viele Alte brauchen uns, die pflegebedürftig sind und unter ihrer Einsamkeit leiden. Mit vielen Ehrenamtlichen schaffen wir es, die Menschen regelmäßig zu besuchen und ihnen nahe zu kommen. Am Anfang hat niemand damit gerechnet, dass die wenigen Christen sich in diesem Maße einsetzen können. Heute werden wir erwartet und die Menschen wenden sich an uns, wenn sie in Not sind.“ Groß sei die Not auch unter alleinerziehenden Müttern. Die Caritas helfe ihnen mit Wohnraum, Begleitung und allen Unterstützungen, die das tägliche Zusammenleben mit Kindern erleichtern.

Jiri Lodr: „Caritas ist ein fortwährender Anlass für die Menschen, denen wir helfen, uns auf Gott und Jesus Christus anzusprechen.“ Bernhard Piendl, Caritas-Direktor Regensburg, erzählt: „Besonders deutlich wurde mir die besondere Situation in einer weitgehend nicht-christlichen Gesellschaft, als wir unsere tschechischen Freunde bei der Einrichtung eines Sterbehospizes unterstützten. Die Pflegekräfte des benachbarten Krankenhauses sahen überhaupt keinen Anlass, die Sterbenden besonders zu begleiten. Wenn der Tod nichts anderes mehr ist als ein abruptes Ende allen Daseins, fehlt jeder Grund, ihm eine eigene Aufmerksamkeit zu schenken.“

Im Rahmen der Regensburger Bistumsinitiative „Erneuerung in Christus: Unser Weg“ werden die katholischen Gemeinden ihre Caritasarbeit insbesondere auch auf Pfarreienebene verstärken und ausbauen. Der Pastoralrat begrüßt diese Initiative und bestärkt die Bistumsleitung, diesen Weg zu gehen.


Caritasdirektor Jiri Lodr aus dem Bistum Pilsen


Caritasdirektor Bernhard Piendl, Regensburg


Bischof Gerhard Ludwig Müller überreicht Dr. Albert Schmid, Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, die Wolfgangsmedaille



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