Diözesanpastoralrat: untersützt das konsequente Vorgehen des Bischofs beim Verdacht auf sexuellen Missbrauch

In seiner Sitzung an 19.03.2010 hat sich der Diözesanpastoralrat auch mit den Missbrauchsfällen im Bistum Regensburg beschäftigt. Nach einer ausführlichen Diskussion hat das Gremium die folgende Stellungnahme abgegeben:

Der Diözesanpastoralrat solidarisiert sich mit den Kindern und Jugendlichen, die Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch geworden sind. Ihnen gilt unser tiefes Mitgefühl. Mit Trauer stehen wir an der Seite der Betroffenen. Der Schmerz und das oft jahrzehntelange Leid der Opfer haben sie zutiefst geprägt und betroffen. Unsere Zuwendung gehört zuerst den Opfern. Die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche wird einer großen Prüfung unterzogen. Vertrauen wird sie dann wieder gewinnen, wenn sie sich weiterhin vorbehaltlos der Aufklärung der verbrecherischen
Vorkommnisse widmet. Falsche Rücksichtnahme bleibt inakzeptabel.

Der Diözesanpastoralrat unterstützt das konsequente Vorgehen des Bischofs von Regensburg und der Bistumsleitung.

Die Opfer und ihre Familien können sich der Fürsorge ihres Bischofs sicher sein. Es wird alles getan, um Licht in die tragischen Vorfälle zu bringen. Die Kirche sieht in sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ein verabscheuungswürdiges Verbrechen, das durch nichts zu entschuldigen ist. Mit den staatlichen Organen
wurde und wird in jeder Hinsicht vertrauensvoll zusammengearbeitet. Unser Bistum hat mit Fachleuten besetzte Anlaufstellen eingerichtet, die von den Opfern in Anspruch genommen werden können. Dort erfahren sie Rat und Hilfestellung.

Als katholische Kirche stellen wir hohe Ansprüche an unsere Priester und an alle, die in bischöflichem Auftrag für die Sorge am Menschen eingesetzt sind. Die Täter haben in Seelsorge und Erziehung nichts verloren. Der Täter hat jedoch eine persönliche Würde wie jeder andere Mensch. Er bedarf der Chance der
Resozialisierung.

Der Diözesanpastoralrat weist allgemeine Verdächtigungen gegen katholische Priester und katholische Einrichtungen als ungerecht zurück. Die Tat Einzelner kann nicht allen angerechnet werden. Wir danken den Priestern, Diakonen, pastoralen Mitarbeitern, Lehrern und Erziehern für ihren treuen und aufopferungsvollen Dienst.

Im Bereich der Prävention muss alles Menschenmögliche getan werden, um solche dramatischen Übel zu vermeiden. Prophylaxe ist in allen Bereichen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, das Gebot der Stunde. Das gilt nicht nur für katholische bzw. kirchliche Einrichtungen. Zusammenarbeit der Verantwortlichen in allen Bereichen der Gesellschaft ist dringend nötig.

Der Diözesanpastoralrat erwartet von den Medien eine sachliche und konstruktive Berichterstattung.


(Verabschiedet vom Diözesanpastoralrat des Bistums Regensburg am 19.03.2010)

 

 



[zurück]