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22. Jugendforum im Kongresszentrum
der Hanns-Seidel-Stiftung in Kooperation mit der Fakultät für
angewandte Wissenschaften der Hochschule München und der Ludwig
Maximilians Universität
Edmund Speiseder, Vorstandsmitglied des Diözesankomitees,
hat stellvertretend für das Diözesankomitee am 22. Jugendforum
teilgenommen.
Deutschlandweit sollen rund 34 000 Jugendliche zwischen 14 und 16
Jahren süchtig oder akut gefährdet sein. Mit Abstand die
meisten von ihnen sind Buben!" meinte Dominik Hanakam von der
Hochschule München in seinem Statement im Rahmen des 22. Jugendforums
"Einblick in die Computerspielwelten: Faszination und Sucht
am Beispiel von "World of Warcraft"
Professor Dr. Siegfried Höfling von der Akademie für Politik
und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung lud in Kooperation mit
der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule
München und der Ludwig Maximilians Universität München
am 10. November 2009 in das Konferenzzentrum in der Lazarettstraße
der Hanns-Seidel-Stiftung zum Thema "Lebenswelten Jugendlicher"
ein. Anstelle des im Programm angekündigten Direktors des Kriminologischen
Instituts Niedersachsens Prof. Dr. Christian Pfeiffer referierte
Matthias Kleimann zum Thema "Medienwelten, neueste Forschungsergebnisse"
und verwies eindeutig auf die signifikant höhere Anzahl der
männlichen Nutzer der Computerspiele, wovon über 60 Prozent
der Spiele im Internet stattfinden würden. Die Gefährdung
sei deshalb so beängstigend, weil Jugendliche in diesen Welten
jene Anerkennung und Achtung erfahren würden, die sie in der
realen Welt vermissen. Studien, die das Institut durchgeführt
hatte, hätten aber gezeigt, dass wenn Kinder bereits ab der
3. Grundschulklasse Medienkunde oder Medienerziehung erhalten, dann
wären die Abhängigkeiten von diesem Medium geringer. Daher
sei dringend geboten, Medienerziehung stärker ins Bewusstsein
zu rücken. So stellte denn auch Brigit Kimmel von der Landeszentrale
für Medien und Kommunikation die Internetplattform "Klicksafe.de"
als Handreichung für Lehrkräfte vor, die dort auch für
Vertretungsstunden Arbeitsblätter downloaden könnten.
Als einen besonderen Unterschied zum herkömmlichen Lehr- und
Lernbetrieb unserer Schulen verwies Matthias Kleimann auf den Umstand,
dass bei den virtuellen Medienwelten jeder Nutzer immer auf jenem
Leistungsstand beginnen könne, auf dem er sich befinde. Ohne
Vorkenntnisse und besondere Fähigkeiten könne der Jugendliche
beginnen und sich dann immer mehr qualifizieren. Und Hanakam verstärkte
diese Besonderheit, dass eben der Jugendliche dort das erleben könne,
was ihm im realen Leben verwehrt bliebe. Bei einem entsprechend
"hohen Charakter", den er sich erworben habe, gewänne
er eine völlig neue Identität und werde auch mit besonderen
Ovationen der virtuellen Mitspieler bedacht und geehrt.
Prof. Dr. med. Rainer Thomasius vom Deutschen Zentrum für Sucht-fragen
des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
beschrieb die unterschiedlichen Formen und Phänomene des pathologischen
Internetgebrauchs, die sich in ausschließlicher virtueller
Kontaktpflege, in Formen des Konsums, einer exzessiven Informations-suche,
in Pornographiekonsum und gewissen Formen von Exhibitionismus zeigen.
Als Therapieziele nannte er, dass es den Patienten wieder mögliche
sei, eine Selbstwertregulierung und Empathiefähigkeit in der
Realität zu erlangen und dass sie damit reale Beziehungen wieder
erleben können. So wird auch Wert darauf gelegt, dass die eigenen
Sinneswahrnehmungen wieder gestärkt werden und über die
realen Beziehungserfahrungen reflektiert werden könne. Nachdem
ja in der modernen Zeit die Heilung von der Sucht nicht darin bestehen
könne, dass wie bei anderen Suchterkrankungen der Patient mit
diesem nicht mehr in Berührung kommen solle, muss es hier möglich
sein, die Motivation für den funktionalen Gebrauch des PC zu
stärken und zu fördern. Daniela Arnu vom Bayerischen Rundfunk
oblag die Gesamtmoderation. Die Tagung begleitend war eine multimediale
Ausstellung der Hochschule München im Foyer des Kongresszentrums
der Hanns-Seidel-Stiftung installiert.
Edmund Speiseder
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