Fachgespräch der CSU-Landtagsfraktion
über
Bestandsaufnahme, Notwendigkeiten und Zukunftsorientierung des Religionsunterrichts
im Freistaat Bayern
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Joachim Unterländer, MdL,
der Beauftragte für Fragen der katholischen Kirche der CSU-Fraktion,
lud am 20. Oktober 2009 die Fachvertreter des Bayerischen Philologenverbandes
Vera Utzschneider (Evangelische Religionslehre und Edmund Speiseder
(Katholische Religionslehre), für das Schulreferat des Erzbischöflichen
Ordinariats Dr. Sandra Krump und Oberkirchenrat Detlev Bierbaum als
Vertreter der Evangelischen Landeskirche, den Vorsitzenden des Landeskomitees
der Katholiken in Bayern Dr. Albert Schmid, Vertreter der Hochschule,
der Elternverbände und die Landtagsabgeordneten Petra Dettenhöfer,
Erika Görlitz, Martin Neumeyer, Philipp Graf von und zu Lerchenfeld
und den Staatsminister a.D. Josef Miller ein.
Dr. Sandra Krump betonte in ihrem Statement zur Wertschätzung
des Religionsunterrichts, dass er zunächst keine Werteerziehung
leiste und das auch nicht seine primäre Aufgabe sei; vielmehr
sei die zentrale Frage dieses Faches die Frage nach Gott. Dies sei
auch der Urgrund aller Religion, die sich daraus ergäbe, aus
den grundlegenden Erfahrungen und Einsichten über Gott und den
Menschen ihn als sein Geschöpf und Ebenbild zu sehen; daraus
komme auch die ethische Orientierung und die Antwort auf die Frage
"Was soll ich tun?" Der Religionsunterricht, so Dr. Krump,
sei das Fach, das die Quellen dieser Werte erschließe. Darüber
hinaus sei der Religionsunterricht konfessionell und immer in einer
Glaubensgemeinschaft beheimatet. Drittens, so Dr. Krump, habe der
Religionsunterricht eine ökumenische Dimension und Perspektive,
er sei auch als schulisches Pflichtfach der Reflexion der Religion
verpflichtet und habe eine pastorale Komponente und Verpflichtung
im Schulalltag. Und schließlich sei er überhaupt unverzichtbar,
denn in einer immer pluraler werdenden Gesellschaft erzieht der Religionsunterricht
zu einem wertschätzenden Miteinander in einer vielfältigen
Gesellschaft. Und so sei ein Fach, das dies leiste, ein zentrales
Element echter Bildung für Staat, Gesellschaft und Kirche und
daher unverzichtbar.
Oberkirchenrat Detlev Bierbaum bejahte die Aussagen, die Dr. Sandra
Krump für das Erzbischöfliche Ordinariat vertrat, und er
ergänzte zusammen mit dem Direktor des Evangelischen Zentrums
in Heilsbronn Klaus Buhl durch Beispiele aus dem kirchlichen und schulischen
Alltag die vorgestellten Thesen. Dr. Albert Schmid, der Vorsitzende
des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Bettina Nickel, die kommissarische
Leiterin des Katholischen Büros Bayern, Professor Dr. Alois Baumgartner
vom Diözesanrat der Erzdiözese München-Freising, Professor
Dr. Stephan Leimgruber vom Lehrstuhl für Religionspädagogik
und Didaktik des Religionsunterrichts an der LMU, Gisela Häfele
für die Katholische Elternschaft Deutschlands und Thomas Lillig,
als Vorsitzender der Landeselternvereinigung der Gymnasien in Bayern
nahmen die Aussprache zu Anlass, Aspekte je ihrer Organisationen,
die sie vertreten, ins Bewusstsein zu bringen und ins Licht zu rücken.
Joachim Unterländer betonte den Stellenwert der dem Religionsunterricht
gerade aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen zuwachse.
In allen Schularten ist daher am konfessionellen Religionsunterricht
festzuhalten. Und so betonte er auch, dass auch in der 3. und 4.
Jahrgangsstufe der Grundschule an der dritten Unterrichtsstunde
wegen der entscheidenden Bedeutung des Religionsunterrichts festzuhalten
sei. Sichergestellt müsse auch ein bedarfsgerechtes Angebot
an Lehrkräften für den Religionsunter-richt sein. Unterländer
verwies in diesem Zusammenhang auch auf die von Prof. Hurrelmann
in der 15. Shell-Jugendstudie formulierten Aussagen, dass Jugendliche
grundsätzlich die Institution Kirche bejahen, aber zeitgemäße
Antworten auf wichtige Lebensfragen vermissen würden. Bei den
westdeutschen Jugendlichen herrsche eine Tendenz zur "Religion
light" vor, nach der sich Jugendliche aus religiösen und
pseudoreligiösen Versatzstücken eine so genannte "Patch-Work-Religion"
zusammenbasteln würden. So forderte Unterländer, dass
diese Entwicklung auch zu berück-sichtigen sei.
Unterländer lud ein, weiterhin am gestarteten Dialogprozess
mitzuwirken, so dass diese Ergebnisse in den entsprechenden parlamentarischen
und politischen Gremien zu Initiativen umgesetzt werden können.
Edmund Speiseder
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Von links: Die Vertreter des Bayerischen Philologenverbandes Edmund Speiseder
(Katholische Religionslehre) Vera Utzschneider (Evangelische Religionslehre)
zusammen mit Joachim Unterländer; MdL, Petra Dettenhöfer; MdL
und Philipp Graf von und zu Lerchenfeld; MdL
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