|
In der MZ-Ausgabe vom 9./10. Mai 2009 wurden Leserbriefe veröffentlicht,
die die nicht erreichte Zustimmung der deutschen Bischöfe für
einen Kandidaten für das Amt des Vorsitzenden des Zentralkomitees
der deutschen Katholiken kommentieren. Die MZ teilt die Meinung
der Leserbriefschreiber, wie allgemein bei Leserbriefen üblich,
nicht.
Der Kandidat für das Amt des Vorsitzenden des Zentralkomitees
der deutschen Katholiken hatte die laut ZdK-Satzung erforderliche
Zwei-Drittel-Mehrheit der Diözesanbischöfe nicht erreicht.
Das mag dem einen gefallen und dem andern nicht. Der Vorwurf, dass
von der Deutschen Bischofskonferenz keine Gründe für dieses
Votum veröffentlicht wurden, zeugt davon, dass die deutschen
Bischöfe hier mit unredlichen Argumenten verunglimpft werden
sollen. Die Leserbriefschreiber können sich sicherlich nicht
vorstellen, dass man Gründe, die im Rahmen einer Personaldiskussion
genannt werden, vielleicht gerade zum Schutz einer oder mehrerer
Persönlichkeiten nicht veröffentlichen will. Solche Rücksichtnahme
scheint den Verfassern dieser Leserbriefe jedenfalls unbekannt zu
sein.
Es wäre ihnen zu empfehlen, den unvoreingenommenen Artikel
der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu lesen, in dem festgehalten
wird, dass diese Entscheidung der deutschen Bischöfe vor allem
auch eine Möglichkeit eröffnet, grundsätzliche Fragen
zur Stellung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und der
Aufgaben der Laien in Kirche und Gesellschaft neu zu diskutieren.
Eine inhaltsleere Beschimpfung der deutschen Bischöfe ohne
vernünftige Argumente, wie sie in den Leserbriefen zum Ausdruck
kommt, zeigt wes Geistes Kind die Verfasser der Leserbriefe sind.
Sie können damit nicht überzeugen und unqualifizierte
und beleidigende Angriffe dieser Art fallen gewöhnlich auf
die Urheber zurück.
Dass dabei auch die hervorragende Arbeit unzähliger Laien in
katholischen Gremien und Verbänden verunglimpft wird, muss
nicht verwundern. Wer die Auffassung der Leserbriefschreiber nicht
teilt, wird als unmündig und undemokratisch bezeichnet. Es
stimmt einen sehr traurig, dass eine kleine Minderheit immer wieder
durch solche öffentliche Stellungnahmen das ehrliche Bemühen
einer großen Mehrheit von Laien, den Glauben zu leben und
zu verbreiten, verunglimpft und dadurch auch missachtet.
Philipp Graf von und zu Lerchenfeld
Vorsitzender des Diözesankomitees
|