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Mit dem Thema "Glaubwürdigkeit und Politik" setzte
sich die Vollversammlung des Diözesankomitees der Katholiken
im Bistum Regensburg am Samstag, 29.11.2008, auseinander. Dazu hatte
die Vorstandschaft des Diözesankomitees unter Leitung von Philipp
Graf von und zu Lerchenfeld den langjährigen Politiker Staatsminister
a.D. Dr. Thomas Goppel als Referenten eingeladen. Der Vorsitzende
betonte in seiner Begrüßung, dass die Politik sehr an
Ansehen eingebüßt habe und die Vorstandschaft sich die
Frage gestellt habe, wie diese wiederhergestellt werden könne.
In seinem sehr persönlich gehaltenen Vortrag ging Dr. Goppel
auf die Glaubwürdigkeit ein, die aus einem "Näheverhältnis"
resultiere. Nach dem zweiten Weltkrieg habe eine gewisse Politikverdrossenheit
geherrscht, da man die begangenen Fehler nicht mehr wiederholen
wollte. Ihm sei von seinen Eltern das christliche Menschenbild mitgegeben
worden, so dass er das Prinzip der katholischen Soziallehre in weiten
Teilen praktiziere.
In seinen weiteren Ausführungen führte Dr. Goppel aus,
dass sein erstes Prinzip für die Glaubwürdigkeit sei,
das zu leben, wofür man stehe. Ein weiteres Prinzip sei, dass
man sich bewusst machen müsse, wie abhängig man von Informationsquellen
sei, da die Realität anders sei wie sie daraus erscheine. Auch
heute noch würden die Menschen die politische Situation durch
Leute beurteilen, die sie kennen. Für die Glaubwürdigkeit
sei es deshalb wichtig, dort weiterzumachen, wo diese belegt sei,
weil jemand sich zum Beispiel die Mühe mache, die Wahrheit
zu sagen. "Diese Glaubwürdigkeitsprüfstelle'
ist immer eine Person, und diese werden in der Politik immer weniger",
so Dr. Goppel. Für ihn sei auch wichtig, dass es auch Korrekturen
gebe, da Politiker auch Fehler machten.
Bei der anschließenden Aussprache kristallisierte sich heraus,
dass die Politikverdrossenheit auch daher komme, dass die Leute
sich nicht mehr ernst genommen fühlten. Auch müsse man
wieder lernen, mehr miteinander zu sprechen, sowie das vorzuleben,
wofür man stehe. Wichtig sei die persönliche Nähe
- auch zu Politikern - , die gepflegt werden müsse. Denn die
Menschen würden an persönlichen Glaubwürdigkeiten
hängen.
Bei den Regularien, die am Nachmittag durchgeführt wurden,
stellte der Vorsitzende die Tätigkeiten des Vorstands seit
der Frühjahrsvollversammlung dar. Neben verschiedenen Vertretungsaufgaben,
wie z.B. beim Katholikentag in Osnabrück oder bei diözesanen
Veranstaltungen stand im Mittelpunkt die Veranstaltungsreihe "Ehe
und Familie", die mit einem Vortrag von Georg Kardinal Sterzinsky
ihren Abschluss gefunden hat. Dazu wird auch eine Dokumentation
erstellt, die in der Geschäftsstelle bestellt werden kann.
Einstimmig verabschiedet wurden die Anträge der Kath. Arbeitnehmerbewegung
(KAB) und des Frauenbundes (KDFB), die sich beide mit dem Thema
"Erhalt des Sonntags" auseinandersetzten. Es wurde beschlossen,
durch verschiedene Veranstaltungen den Sonntag wieder mehr in den
Mittelpunkt zu stellen, um so den Sonntag wieder als Sonntag wahrzunehmen.
Auch wurde von der Vollversammlung beschlossen, bei einem Partnerschaftsfest
mit dem Bistum Pilsen, das am 24.10.2009 in Regensburg stattfinden
soll, als Mitveranstalter aufzutreten. Wichtig sei dabei, die Gemeinschaft
über die Grenzen hinweg auch auf Laienebene zu stärken,
so der Vorsitzende Graf Lerchenfeld.
Außerdem wurde beschlossen, dass sich sowohl die kath. Verbände
als auch das Diözesankomitee selbst beim Bürgerfest 2009
in Regensburg mit einem Stand präsentieren.
Manfred Fürnrohr
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