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Vor 40 Jahren wählten die Katholiken im Bistum Regensburg
erstmals die Pfarrgemeinderäte in ihren Gemeinden. Aus diesem
Anlass feierte Bischof Gerhard Ludwig Müller mit mehreren Hundert
Laien im Regensburger Dom St. Peter eine Pontifikalmesse und ehrte
in einem anschließenden Festakt im Kolpinghaus 39 Frauen und
Männer, die sich seit Gründung der Pfarrgemeinde bis heute
für ihre Pfarrei engagiert haben, mit der Johann-Michael-von-Sailer-Medaille.
In seiner Predigt betonte Bischof Gerhard Ludwig Müller, dass
durch das Zweite Vatikanische Konzil alle getauften und gefirmten
Christen bestärkt wurden, ihren Anteil am Sendungsauftrag der
Kirche einzubringen. Die besondere Rolle der Laien bestünde
darin, in die Gesellschaft aus dem Geist des Glaubens hineinzuwirken,
um so am Aufbau des Reiches Christi mitzuwirken. Der Mensch sei
hineingestellt in vielfältige Lebensbereiche, wie Familie,
Schule oder berufliches Umfeld in denen er Zeugnis für den
Glauben und die Kirche geben könne, erklärte der Regensburger
Oberhirte weiter.
In Vertretung für Philip Graf von und zu Lerchenfeld, Vorsitzender
des Diözesankomitees, sprach Michael Meier als stellvertretender
Vorsitzender dem Bischof seinen Dank aus, für die vertrauensvolle
Unterstützung der Arbeit der Laiengremien im Bistum Regensburg.
Bei der Ehrung von 39 Frauen und Männern aus dem Bistum würdigte
der Regensburger Bischof die segensreiche Arbeit der
Pfarrgemeinderäte für die Kirche und sprach allen Mitgliedern
in den Pfarrgemeinderäten ein herzliches Vergelt´s
Gott für ihre Mithilfe aus. Das ehrenamtliche Engagement
der Pfarrgemeinderäte, die als wichtiges Beratungsgremium vor
Ort den Priester als Leiter der Gemeinde unterstützten, sei
nicht hoch genug einzuschätzen. Als äußeres
Zeichen der Dankbarkeit überreichte Bischof Gerhard Ludwig
Müller den engagierten Pfarrgemeinderäten, die seit deren
Einrichtung ununterbrochen zum Wohle der Kirche mitgearbeitet haben,
die Bischof Johann Michael Sailer Medaille.
In seinem Vortrag "Zeugen gesucht! Glaubensvermittlung und
missionarische Seelsorge: zentrale Aufgabe und
Herausforderung künftiger Gemeindepastoral" erklärte
der Festredner Pater Hubert Lenz, angesichts der säkularen
Situation unserer Zeit könne und dürfe man sich nicht
mit dem allmählichen Verschwinden Gottes aus dem heutigen Bewusstsein
und Leben abfinden. Wir brauchen uns nicht damit abzufinden,
dass Kirche für immer mehr Menschen nur noch als ein Kulturgut
präsent ist, das wohl noch in manchen Lebenssituationen gesucht
und genutzt wird, wobei aber Gott als ihr eigentlicher Grund und
ihre lebendige Mitte immer weniger Lebensrelevanz besitzt.
In den kirchlichen Texten zur Erwachsenenkatechese sei in den vergangenen
Jahrzehnten eine kopernikanische Wende in der Katechese
vollzogen worden ein Perspektivwechsel von der Glaubensweitergabe
durch die Sozialisation hin zum Vorrang der Erwachsenenkatechese.
Immer deutlicher werde gesagt, dass der Schwerpunkt der Katechese
nicht bei den Kindern, sondern bei den Erwachsenen liegen müsse.
Alle Kinder- und Jugendkatechese solle auf das erwachsene Ja-Wort
zum Glauben hinführen.
Angesichts der Tatsache, dass die Sehnsucht nach Gott und eine
lebendige Verbundenheit mit Gott für den Taufwunsch vieler
Eltern keine bedeutende Rolle mehr spielt, gelte es, der Botschaft
Gottes ein Gesicht zu geben. Die Kirche sei vorrangig nicht eine
Institution, sondern das Zelt Gottes unter den Menschen und die
Einladung zur Gottsuche. Die Not des fehlenden Austauschs über
die Grundaussagen und Grunderfahrungen des Glaubens, die in diesem
Zusammenhang erkannt werden müsse, bringe eine Herausforderung
und eine Chance mit sich, sagte Pater Lenz weiter. Katechese
kann ermutigen, das ABC des eigenen Glaubens neu buchstabieren zu
lernen, die Grundbotschaft des biblischen Glaubens (wieder) zu entdecken
und mit anderen zu teilen. Dies sei eine wichtige Voraussetzung,
um ein wichtiges Ziel von Katechese zu erreichen: die Bekräftigung
des Taufbekenntnisses als Erwachsener.
Das Bläsersensemble Tritonus Brass umrahmte die
Veranstaltung musikalisch.
Interview
mit dem Geschäftsführer der Diözesanen Räte,
Manfred Fürnrohr, über die Entstehungsgeschichte der Pfarrgemeinderäte
aus der Katholischen Aktion sowie die Bedeutung der Rätereform
für die Gegenwart (erschienen in der Kath. Sonntagszeitung
für das Bistum Regensburg, 25./26.10.2008)
2.
Teil des Interviews
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