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Der Arbeitskreis Ehe und Familie im Diözesankomitee hat Bischof
Dr. Walter Mixa, Diözesanbischof von Augsburg, am 2. Oktober
2007 zu einem Vortrag eingeladen, der die Überschrift trug:
"Kinderbetreuung - Kann's der Staat besser?"
Bei seinem gut einstündigen, erfrischenden Vortrag ging Bischof
Mixa vor etwa 250 Zuhörern auf die Problematik der Kinderbetreuung
in der heutigen Zeit ein. Auch die katholische Kirche habe die Notwendigkeit
der Krippenplätze für Kinder unter 3 Jahren erkannt und
sei wahrscheinlich die erste Einrichtung gewesen, die sachgerechte
Erziehung und Krippenplätze miteinander verbunden habe.
Familienministerin Ursula von der Leyen propagiere die Wahlfreiheit
zwischen externer und häuslicher Erziehung. Dazu solle die
Fremdbetreuung von Kleinstkindern ausgebaut werden. Sie begründe
dies mit der schnellen Wiedereingliederung der Frauen in den Beruf
nach der Geburt des Kindes, da dies wegen des Fachkräftemangels
nötig sei.
Bischof Mixa betonte, dass er diese Haltung der Familienministerin
nicht unwidersprochen stehen lassen könne. Denn mit dem Ausbau
der Fremdbetreuung werde einseitig der Schwerpunkt auf die Förderung
von berufstätigen Frauen gelegt, die nur 6 Wochen nach der
Geburt zu Hause bleiben und dann wieder arbeiten. Wie aber gehe
es dem Kind? Wie sei das mit der Würde der Frau vereinbar?
Es sei durch psychische Erkenntnisse erwiesen, dass in den ersten
drei Lebensjahren die liebevolle Zuwendung durch Vater oder Mutter
nicht durch eine noch so gute Fremdbetreuung ersetzt werden.
Auch habe in der Wohlstandsgesellschaft eine Fehlentwicklung stattgefunden,
wenn Fremdbetreuung nötig sei, um der Familie das Überleben
zu sichern. Die "professionelle" Erziehung rede den Frauen,
die zu Hause erziehen, ein schlechtes Gewissen ein. Dabei seien
doch die Eltern bzw. die Mutter der Profi in der Erzhieung . Natürlich
sehe er auch die Defizite, die es sicherlich bei manchen gebe. Deshalb
sei für diese Hilfe nötig.
Die erwerbstätige Mutter werde zum Musterfall gemacht. Deshalb
habe er bewusst den Begriff "Gebärmaschinen" gebraucht,
da sowohl die Würde der Frau auch das Wohl des Kindes nicht
beachtet würden.
Bischof Mixa legte Wert auf die Feststellung, dass die Fremdbetreuung
von Kleinkindern keine Kritik an Müttern sein soll, die heute
arbeiten müssen, um den Lebensunterhalt zu sichern. Der Skandal
sei vielmehr, dass sozial Schwache seit Jahrzehnten von der Politik
vernachlässigt worden seien. Durch die Wahlfreiheit, wie sie
die Politik sehe, solle die Notlage zur Regel gemacht werden und
nicht die Notlage geändert werden. Er forderte ein Betreuungsgeld,
das sich durchaus an der Höhe der Aufwendungen für einen
Krippenplatz orientieren könne. Bsichof Mixa kritisierte Äußerungen,
dass dieses Betreuungsgeld für Wodka und Flachbildschirme verwendet
würden. Wer den Eltern pauschal unterstelle, dass das Geld
nicht zum Wohl der Kinder eingesetzt würde, demonstriere ein
Menschenbild, das nicht in eine freiheitliche Grundordnung gehöre.
Auch der Begriff "Herdprämie" stelle eine Diffamierung
dar, da dadurch der Lebensentwurf der Mehrheit diskriminiert werde,
weil er nicht ins System passe. Eine Umfrage unter Kindern und Jugendlichen
habe ergeben, dass Familie und gute Freunde an erster Stelle der
Wünsche stehe.
Zum Abschluss seines Vortrags wies er nochmals auf die naturhafte
Verbindung zwischen Mutter und Kind hin, die nicht nur im christlichen
Menschenbild zu finden sei.
Wichtig sei, die schweigende Mehrheit zu mobilisieren, denn die
Haltung der Feigheit müsse für Christen tabu sein.
Unbedingt seien familiengerechte Arbeitsplätze nötig,
nicht arbeitgerechte Familien.
Nach dem Vortrag beantwortete Bischof Mixa gerne die noch verbliebenen
Fragen der Zuhörer.
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