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Regensburg, 19. März 2007 (dr). Am vergangenem Wochenende
tagte die Frühjahrsvollversammlung des Diözesankomitees
der Katholiken für das Bistum Regensburg unter dem Vorsitz
von Philipp Graf von und zu Lerchenfeld im Regensburger Diözesanzentrum.
Das Thema Islam stand im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der das
Laiengremium kompetente Referenten geladen hatte. Generalvikar Michael
Fuchs, der der Sitzung beiwohnte, zeigte sich erfreut, dass das
Diözesankomitee in diese wichtige inhaltliche Arbeit einsteigt.
Das Thema um den Islam habe die Menschen bereits vor der Vorlesung
des Heiligen Vaters an der Regensburger Universität beschäftigt,
gleichzeitig aber auch eine weltweite Diskussion angeregt. Jetzt
seien die Gottgläubigen aufgefordert, einen Beitrag für
ein friedliches und vernünftiges Zusammenleben zwischen Christen
und Moslems zu leisten, so der Generalvikar.
Zum Einstieg referierte Frau Barbara Arnold, Vertreterin des Sozialdienstes
katholischer Frauen (SkF) und Mitglied im Diözesankomitee,
über die Glaubensinhalte des Islam und Berührungspunkte
mit dem Christentum. Hierbei beleuchtete sie den historischen Ablauf
der Geschehnisse im Leben des Propheten Mohammed und seiner Nachfolger,
die Entwicklung hin zum Monotheismus und erläuterte die Glaubensunterschiede
zum Christentum vom Beginn bis in die Gegenwart. Prof. Dr. Dr. Peter
Beer, Leiter des Katholischen Büros in Bayern, ging in seinem
Vortrag auf die gesellschaftspolitische Bedeutung des Islams in
Deutschland ein. Der Islam, so der Referent, sei keine unbedeutende
Splittergruppe sondern längst in gesellschaftlicher und politischer
Hinsicht in Deutschland angekommen. Die Religion bestimme unser
Leben, da sie den Wertehorizont in dem der Mensch lebe beschreibt
und unser Zusammenleben prägt. Religion schaffe aber auch Identifikationen
und gebe das Sinnangebot wieder für die Gesellschaft in der
jeder lebe. Die Theologie präge die Gesellschaft - das Gottesbild
stehe im Zusammenhang mit dem Menschenbild und bestimme daher das
Zusammenleben aller.

Von links nach rechts: Dir.
Dr. Norbert Weidinger (Religionspädagogisches Zentrum in Bayern),
Barbara Arnold (SkF), Prof. Dr. Dr. Peter Beer (Leiter des Katholischen
Büros Bayern), Philipp Graf von und zu Lerchenfeld (Vorsitzender
DK)
Bildung, Bekenntnis und Begegnung
Aus den Gegensätzen, die die Religionen und Kulturen ausmache,
ergäben sich daher drei wesentliche Aufgaben für Staat
und Gesellschaft. Durch Bildung müsse besser vermittelt werden,
was das Christentum prägt aber auch die Möglichkeit gegeben
werden, dies andere verstehen zu lernen. In einem offenem Bekenntnis
zum christlichen Glauben müsse gezeigt werden, wo wir uns für
unseren Glauben einsetzen. Dabei stelle sich stets die Frage nach
der Identifikation zum eigenem Glauben. Diese Überzeugungen
sollten auch an junge Menschen weitergegeben werden. In einer gemeinsamen
Begegnung mit Christen und Gläubigen anderer Religionsgemeinschaften
könnten viele Unverständnisse geklärt werden, das
Verstehen, Akzeptieren und Respektieren des anderen sei nur in der
tatsächlichen Begegnung zu bewältigen, betonte Prof. Dr.
Dr. Peter Beer.
In einem weiteren Referat ging Dr. Norbert Weidinger vom Religionspädagogischem
Zentrum in Bayern auf die Integration der Muslime in Deutschland
und den islamischen Religionsunterricht ein. Ziele der Integration
seien dabei, Dialog, gegenseitiges Verständnis und ein respektvolles
Miteinander. Die Fremdheit der Kulturen, Religionen und der jeweiligen
Menschen bleibe dabei eine ständige Herausforderung. Ein großes
Vorbild könne und müsse in diesem Zusammenhang Papst Benedikt
XVI. bei seiner Türkeireise sein. Notwendige selbstkritische
Prozesse auf beiden Seiten zum Abbau alter Feindbilder gegen Intoleranz
und all zu starker Abgrenzung, die zur Isolierung führe, seien
der Schlüssel für ein vernünftiges Miteinander.
Im Anschluss hatten die Mitglieder des Diözesankomitees die
Gelegenheit, den Referenten Fragen zu stellen und das Thema zu vertiefen.
Philipp Graf von und zu Lerchenfeld regte darauf die Gründung
eines Arbeitskreises "Islam und interreligiöse Beziehungen"
an. Dieser Vorschlag wurde von der Vollversammlung einstimmig beschlossen.
Im zweiten Teil der Versammlung berichteten die Delegierten für
das Landeskomitee der Katholiken in Bayern und des Zentralkomitees
der Katholiken für Deutschland über die Arbeit beider
Gremien. Des weiteren wurden Anträge der Mitgliedsverbände
behandelt. Der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) wird in Zusammenarbeit
mit der Universität Eichstätt mittels eines Fragebogens
eine Evaluierung zur Nachhaltigkeit des Papstbesuches in Bayern
im vergangenem Jahr bei den Katholischen Verbänden und Geistlichen
Gemeinschaften im Bistum Regensburg durchführen. Diese Aktion
wird vom Diözesankomitee unterstützt.
Die Vollversammlung beschloss des weiteren einen Antrag der Marianischen
Männerkongregation (MMC), der die Forderung an die Bayerische
Staatsregierung zur Erhöhung der Förderung der Schwangerenberatungsstellen
von Caritas und des Sozialdienstes der Katholischen Frauen (SkF)
bzw. die weitmöglichste Anpassung an die staatlichen und freien
Beratungsstellen beinhaltete.
Der Vorsitzende berichtete, dass das Diözesankomitee den Auftritt
des Bistums Regensburg beim Katholikentag 2008 in Osnabrück
organisieren und durchführen wird. Nach dem großen Zuspruch
der Regensburger Bevölkerung bei der Gebetsnacht im Dom St.
Peter im August 2006 anlässlich des Pastoralbesuchs des Heiligen
Vaters wird diese in der Nacht vom 15. auf den 16. September 2007
wieder erneut durchgeführt. Zur Organisation der Veranstaltung
wurde ein Arbeitskreis gebildet.
Einstimmigen Zuspruch fand auch der Vorschlag des Vorsitzenden,
Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, eine Resolution zur Einführung
des Gottesbezugs in die Europäische Verfassung sowie eine Resolution
zur Bedeutung des Religionsunterrichtes an den bayerischen Schulen
zu verabschieden.
Die Vollversammlung endete mit einem feierlichen Gottesdienst in
der Hauskapelle des Regensburger Diözesanzentrums mit dem designierten
Weihbischof Reinhard Pappenberger, der auch Bischöflicher Beauftragter
des Diözesankomitees ist.
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